Musiktipp: Nina Hagen
Zwischen Punk und Predigt: Nina Hagens Gospel-Album

Musik. »Alle wollen in den Himmel, aber keiner hat Bock auf Tod« – mit dieser flapsigen Songzeile gibt Punk-Ikone Nina Hagen die Richtung ihres neuen Gospel-Albums »Highway to Heaven« vor. Zwischen Ernst und Eigensinn lotet die 71-Jährige, die sich 2009 evangelisch taufen ließ, die großen Fragen des Lebens aus. Der Albumtitel ist eine Hommage an den gleichnamigen Song der afroamerikanischen Gospelsängerin Rosetta Tharpe.
Das Album umfasst 14 hauptsächlich englischsprachige Coverversionen, von »Walk With Me Jesus« bis »Somebody Prayed For Me«. Drei Stücke sind Duette mit befreundeten Künstlerinnen, den Titelsong »There’s A Highway To Heaven« singt Hagen mit Gitte Hænning, »Never Grow Old« mit Nana Mouskouri. Eigenes Material ist auf dem Album nicht zu finden, doch gerade die reduzierten Arrangements mit Stimme und Orgel oder Gitarre entfalten ihre Kraft. Andere Lieder wirken unruhig, etwa Experimente, Gospel mit Funk, Reggae und Punk zu kombinieren.
»Highway To Heaven« bleibt zwischen Ernsthaftigkeit und Eigenwilligkeit – typisch für eine Künstlerin, die sich nie in ein Genre pressen ließ. Das Album richtet sich vielleicht nicht in erster Linie an Gospel-Feinschmecker – wohl aber an Hörerinnen und Hörer, die Nina Hagens Karriere von ihren Anfängen als »staatlich geprüfte Schlagersängerin« in der DDR über ihre Zeit als »Godmother of Punk« bis heute verfolgt haben.
Nina Hagen: Highway To Heaven.
Grönland/Cargo. 41:13 Minuten




