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Kolumne von Anne Lemhöfer
Die Putzparty

»Cleanfluencerinnen« nennen sich jetzt Frauen, die andere Frauen dazu bringen, Putzmittel zu kaufen statt Bücher. Hat das mit Corona zu tun? Oder ist das der berühmte feministische Backlash?
vom 24.04.2021
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Putzmittel über alles: Ist die Sehnsucht nach einer klinisch reinen Wohnung in Wahrheit die nach einer weniger chaotischen Welt? (Foto: Getty Images/iStockphoto/Irina Drazowa-Fischer)
Putzmittel über alles: Ist die Sehnsucht nach einer klinisch reinen Wohnung in Wahrheit die nach einer weniger chaotischen Welt? (Foto: Getty Images/iStockphoto/Irina Drazowa-Fischer)

In Zeiten wie diesen wird man eher selten irgendwo eingeladen. Deshalb freute ich mich, als meine Freundin Jule zu einer Cleaning-Party trommelte. Ich fand die Idee gut, denn wenn alle ständig zu Hause hocken, ist es naturgemäß überall unordentlicher, als wenn die Familienmitglieder halbe bis dreiviertel Tage außer Haus verbringen. Ich stellte mir vor, wie wir Luftballons aufblasen, Prosecco trinken und zusammen staubsaugen würden. Immer abwechselnd bei verschiedenen Freundinnen, mit Masken, Schnelltests und Lüften. Wir hätten viel Spaß und bald alle Wohnungen wie aus dem Möbelhaus-Katalog. Aber Jule lachte mich aus: »Quatsch, das ist wie eine Tupperparty, nur mit Putzmitteln«, klärte sie mich auf, »und alles über Whatsapp.« Eine Frau namens Marina würde uns da tolle Saubermachprodukte vorstellen, die wir dann kaufen sollten. Und wenn genug Bestellungen zusammenkämen, gäbe es für Jule einen Fensterkärcher, einen Staubsauger für schmutzige Scheiben, gratis.

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Schlagwörter: Emanzipation Lockdown
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