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Öffentlich-rechtliches Fernsehen
Antirassismus ist nicht so wichtig

Blackfacing im Jahr 2021 – muss das sein? Der Bayerische Rundfunk findet: Ja. Mit dem Beitrag des Satirikers Helmut Schleich beweist er Ignoranz gegenüber aktuellen antirassistischen Diskursen. Junges Publikum vergrault er so verlässlich.
von Judith Bauer vom 15.04.2021
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Der Kabarettist Helmut Schleich im Bayerischen Rundfunk (Foto: Screenshot BR-Fernsehen)
Der Kabarettist Helmut Schleich im Bayerischen Rundfunk (Foto: Screenshot BR-Fernsehen)

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen fällt mal wieder mit Rassismus auf. Diesmal ist es der Bayerische Rundfunk (BR). Der Satiriker Helmut Schleich malte sich in seiner Sendung das Gesicht dunkel an, wedelte mit einem Plastik-Krokodil und gab Tipps für erfolgreiche Korruption – gab so seine Version eines afrikanischen Despoten zum Besten. Das Rassistische daran: Blackfacing. Weiße, die sich für Unterhaltungsshows als Schwarze verkleiden, um sich dann über diese lustig zu machen: Die Praxis entstand in den USA im 19. Jahrhundert und wird heute als herabwürdigend wahrgenommen. Der BR war sich dessen bewusst und entschied sich dennoch dafür. Die Reaktionen in den sozialen Medien waren zu erwarten: Entrüstung, Wut – aber vor allem ungläubiges Staunen, dass im Jahr 2021 jemand Blackfacing für einen guten Witz hält. Der BR bestätigt damit den Eindruck, dass öffentlich-rechtliche Sender in einer vergangenen Zeit feststecken. Auch der WDR wirkte kürzlich mit einer peinlich fehlbesetzten Talkshow kräftig an der Festigung dieses Bildes mit.

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