James Bond, Jesus und das Mysterium
Wenn ein HSV-Fan stirbt, kann er seinen Sarg mit bespielter Bundesliga-Erde beschaufeln lassen. Und das sogar in einem Grab auf dem Fan-Friedhof des Hamburger Sportvereins, der im Jahr 2008 direkt neben dem Stadion im Stadtteil Altona eingerichtet wurde. Das Grabfeld gleicht im Aufbau einem Stadion, inklusive der Abstufungen, die die verschiedenen Tribünenränge darstellen. Der verlegte Rasen stammt von dem Platz nebenan, auf dem die Profis ihre Heimspiele absolvieren. Wer sein Leben lang für den HSV geschrien, gejubelt und getrötet hat, kann, wenn der Schlusspfiff ertönt, in die Verlängerung gehen. Wer seine glücklichsten Momente im Stadion verbrachte, bei dem wird weiterhin bei jedem Torjubel der Sarg wackeln.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Fabian Maysenhölder, geboren 1985, studiert evangelische Theologie in Tübingen und arbeitet als Autor für n-tv online. Zusammen mit Kommilitonen betreibt er im Internet die Webseite »theopop«, auf der religiöse Phänomene in der Populärkultur aufgespürt und aus christlich-theologischer Perspektive kommentiert werden.
