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Heiliges Jahr 2025
Ein »Gnadenjahr«. Welche Provokation!

Papst Franziskus hat 2025 zu einem »Heiligen Jahr« erklärt. Bei allem Ärger über das damit verbundene Ablasswesen und Pilgergeschäft: Ein Gedanke ist überraschend aktuell. Ein Kommentar.
von Michael Schrom vom 09.01.2025
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Luce, das Pilgermaskottchen: Strahlende Augen wegen des Ablasses? (Foto: Vatican News/Youtube, Screenshot, mod.)
Luce, das Pilgermaskottchen: Strahlende Augen wegen des Ablasses? (Foto: Vatican News/Youtube, Screenshot, mod.)

Kann ein Jahr heilig sein? Nüchtern betrachtet nicht. Formal gleicht ein Jahr dem anderen. Und doch: An der Schwelle zum neuen Jahr halten wir jedes Mal inne. Wir wünschen uns alles Gute, Glück und Gesundheit und − je nach Perspektive − dass es besser laufen oder so gut weitergehen möge wie im vergangenen. Der kollektive Erinnerungskalender markiert »runde« Gedenktage der wichtigsten Dichterinnen, Philosophen, Sportler, Wissenschaftlerinnen, derer im Laufe der kommenden Monate gedacht wird. Im vorigen Jahr waren es Kant und Kafka, dieses Jahr werden es Bach und Thomas Mann sein. Im chinesischen Horoskop beginnt das Jahr der Schlange, die für eine bessere emotionale Kontrolle steht als im vorangegangenen Jahr der Drache. All diese Beispiele zeigen: Auch wenn wir die Zeit als Kontinuum begreifen, als leeren Raum, den es zu füllen und zu gestalten gilt − so kommt uns doch auch etwas entgegen, zu dem wir uns verhalten können oder auch müssen.

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