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Roboter und Glaube
Roboterhafter Glaube

In Seoul wird Roboter »Gabi« zum Mönch geweiht und stellt die Zuschauenden vor die Frage: Was macht wahren Glauben aus?
vom 26.05.2026
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Braucht es zum Glauben eine persönliche Beziehung zum Gegenüber? Oder ist er durch gelebte Praxis charakterisiert, bestehend aus Ritualen und Gebeten? Diese Fragen stellen sich beim Blick in ein buddhistisches Kloster in Seoul, in dem kürzlich Gabi, ein Roboter, sein Mönchsgelübde abgelegt hat. In traditioneller orange-grauer Robe legte Gabi die übergroßen Hände im Gebet zusammen und verschrieb sich den fünf Gelübden, die ihm seine menschlichen Kollegen mit auf den Weg gaben. Roboter Gabis Worte waren vorab aufgenommen und zeitgenau abgespielt. Denn Gabi ist ein eher rudimentärer Roboter, ohne künstliche Intelligenz. Während es von vielen Seiten Kritik hagelt, stellt sich angesichts der Aktion dennoch die Frage, was legitimen Glauben eigentlich ausmacht. Ist Glaube echt, wenn in buddhistischer Manier das eigene Ich keine große Rolle spielt? Ist Glaube echt, wenn die persönliche Frömmigkeit aus automatisierten Abläufen besteht, die roboterhaft abgearbeitet werden? Oder geht es letztlich darum: Wer bin ich vor Gott? Auf diese Fragen eine Antwort zu finden, dürfte eine Lebensaufgabe sein. Wenn Roboter Gabi dazu Anstoß gibt, dann könnte sein Auftritt gelungen sein.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 10/2026 vom 29.05.2026, Seite 41
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