Katholikentag, rebellisch
»Eure Sorgen möcht´ ich haben! – Worum es wirklich geht«: Mit einer rebellischen Rede unter diesem Titel eröffnet Friedhelm Hengsbach am Donnerstag, 17. Mai 2012, das Alternativprogramm zum Katholikentag in Mannheim. Im Ökumenischen Zentrum Johanniskirche, direkt hinter dem Hauptbahnhof, soll es drei Tage lang um die Themen, die Fragen und die Menschen gehen, die wirklich wichtig sind – und nicht um einen Katholikentag, den Hengsbach für eine Alibi-Veranstaltung hält.
Der angekündigte und hoch gehängte Dialog zwischen Basis und Bischöfen finde gar nicht statt, glaubt der Jesuit. Der von den katholischen Bischöfen Deutschlands initiierte Dialogprozess – als Folge des weitreichenden Missbrauchsskandals in der Kirche, den vor allem Priester verursachten – sei mittlerweile »kabarettreif geworden«. Denn die Bischöfe allein bestimmten, worüber geredet werde: »Sie haben den Gesprächsprozess strukturell entkleidet und spirituell kanalisiert.« Wer ernsthafte und tiefgründige Anfragen an die Kirchenleitung stelle, werde mit Unwichtigem »zugemüllt«. Und leider sorge der Katholikentag nicht dafür, dass diese Strategie der Bischöfe demaskiert werde.
Hengsbach engagiert sich deshalb im Ökumenischen Zentrum Johanniskirche. Weil »dem offiziellen Programm eine rebellische Alternative fehlt«, unterstützt er ein Programm, das Publik-Forum und die Leserinitiative Publik gemeinsam mit der Bewegung Wir-sind-Kirche und der Initiative Kirche von unten entworfen haben. Zu den Gästen im Alternativzentrum zählen unter anderem David Berger, Cornelia Coenen-Marx, Fanny Dethloff, Eugen Drewermann, Bernhard Emunds, Christian Felber, Sven Giegold, Grupo Sal, Hermann Häring, Peter Hertel, Lamya Kaddor, Klaus Mertes und Christa Nickels.
