Zur mobilen Webseite zurückkehren

Götzen, Geld und die Gerechtigkeit

Katja Strobel, Norbert Mette und Christian Weisner stellen sich einem Gespräch über Herausforderungen, vor denen Christinnen und Christen heute stehen. Ausschnitte aus einem Interview im aktuellen Publik-Forum-Buch »Hoffnung und Widerstand«
von Hartmut Meesmann vom 22.06.2013
Artikel vorlesen lassen
Geld und Gott: Gibt es da einen Zusammenhang? (Foto: Firma V/Fotolia)
Geld und Gott: Gibt es da einen Zusammenhang? (Foto: Firma V/Fotolia)

»Wir erleben, dass sich die Vorherrschaft der Ökonomie in allen Bereichen der Gesellschaft durchsetzt. Diese Ökonomisierung schlägt bis in die Kirchen durch.« Das beklagt der katholische Religionspädagoge Norbert Mette in diesem Gespräch. Gleichzeitig komme es unter dem Druck der Globalisierung zu einer Erosion der Religionen und damit auch des Christentums. Mette: »Die zunehmende Orientierungslosigkeit hat zur Folge, dass Gegenbewegungen aufkommen, vor allem ein Fundamentalismus, der sich fanatisch geriert und oft gewalttätig wird.«

Anzeige
loading

In dem Gespräch kritisiert die politische Theologin Katja Strobl die Politik in Europa. Es gehe überall nur um »eine reine Sparpolitik und um Privatisierungsmaßnahmen«. Gegen diese Entwicklungen sollten sich Christinnen und Christen zur Wehr setzen, sich Verbündete suchen und Alternativen vorschlagen. Christen lebten von der Hoffnung, dass die Welt ganz anders sein könnte als sie heute ist.

Für ihr Engagement könnten Christinnen und Christen auf biblische Leitbilder zurückgreifen, macht Christian Weisner, Mitbegründer der Kirchenvolksbewegung »Wir sind Kirche«, sich und anderen Mut. Es seien dies die Werte »Solidarität, Versöhnung und Gerechtigkeit«. Für ihn selbst sei das Christentum stets eine Handlungsreligion gewesen. Es sei die Erfahrung bestimmend, »dass wir Menschen nicht allein sind, dass es da noch eine Kraft gibt, die uns aus der Verzweiflung reißt und uns Hoffnung gibt«.

Das Gespräch ist Teil eines neuen Publik-Forum-Buches, das die zentralen Vorträge der Konziliaren Versammlung vom Oktober 2012 in Frankfurt am Main dokumentiert. Damals waren über 500 Dauerteilnehmer zu Workshops und Diskussionen in die Mainmetropole gekommen. Anlass war der 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils in der römisch-katholischen Kirche. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Frankfurter Versammlung wollten nicht nur an das Reformkonzil erinnern, sondern auch die Frage erörtern, wie sein gesellschafts- und kirchenpolitisches Vermächtnis heute eingelöst werden könnte.

4 Wochen freier Zugang zu allen PF+ Artikeln inklusive E-Paper
Personalaudioinformationstext:   Hartmut Meesmann, Annegret Laakmann und Norbert Arntz sind die Herausgeber des Publik-Forum-Buches »Hoffnung und Widerstand«, das Debatten und Ergebnisse der Konziliaren Versammlung in Frankfurt am Main vom Oktober 2012 dokumentiert. In diesem Buch finden Sie auch das Interview mit Katja Strobel, Norbert Mette und Christian Weisner, das Hartmut Meesmann und Thomas Seiterich führten. Sie können es im Publik-Forum-Shop bestellen.
Schlagwörter: Geld Gerechtigkeit
Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0