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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2020
Mission impossible
Kolonialismus und Rassismus in christlichem Gewand
Der Inhalt:

Eugen Drewermann wird achtzig

vom 20.06.2020
Er ist Theologe und Psychoanalytiker. Er war römisch-katholischer Priester, trat jedoch 2005 aus der Kirche aus. Heute wird er achtzig. Peter Eicher, Wunibald Müller und Anne Strotmann gratulieren.
Der Psychotherapeut, Theologe und Autor Eugen Drewermann wurde am 20. Juni 1940 in Bergkamen geboren. Er wurde 1966 katholischer Priester, ließ sich in der Psychoanalyse ausbilden, habilitierte sich mit der Schrift »Strukturen des Bösen« und wurde Privatdozent an der Theologischen Fakultät Paderborn. 1989 erschien »Kleriker – Psychogramm eines Ideals«. Erzbischof JoachimDegenhardt entzog Drewermann 1991 die Lehrerlaubnis und 1992 die Predigterlaubnis. 2005 trat Drewermann aus der katholischen Kirche aus - ein »Geschenk der Freiheit an mich selber«, wie er sagte.(Foto:pa/Kalaene)
Der Psychotherapeut, Theologe und Autor Eugen Drewermann wurde am 20. Juni 1940 in Bergkamen geboren. Er wurde 1966 katholischer Priester, ließ sich in der Psychoanalyse ausbilden, habilitierte sich mit der Schrift »Strukturen des Bösen« und wurde Privatdozent an der Theologischen Fakultät Paderborn. 1989 erschien »Kleriker – Psychogramm eines Ideals«. Erzbischof JoachimDegenhardt entzog Drewermann 1991 die Lehrerlaubnis und 1992 die Predigterlaubnis. 2005 trat Drewermann aus der katholischen Kirche aus - ein »Geschenk der Freiheit an mich selber«, wie er sagte.(Foto:pa/Kalaene)

Peter Eicher: Ein Kierkegaard aus Paderborn

Lieber Eugen Drewermann,

Ihr Werk adäquat zu loben und in wenigen Zeilen auf den Begriff zu bringen, ist schon seiner Quantität wegen unmöglich. Sie zu loben, ist dagegen einfach. Denn die Größe des Werkes geht aus der Einfachheit Ihrer unnachahmlichen Person hervor. Die drei großen schriftstellerischen Phasen verdanken sich Ihrem konstanten Vertrauen in die leidenden Mitmenschen selbst. In einem ersten Impuls haben Sie die inneren Zustände des römisch-katholischen Christentums analysiert. Dafür verurteilt, bezogen Sie wie niemand zuvor die naturwissenschaftlichen Gesetze des Kosmos und der Biosphäre auf das freiheitliche Daseinsverständnis der Moderne, um konsequent dazu den kapitalistischen Zugriff auf alle Güter der Erde und auf jeden Winkel jeder Seele einer fundamentalen Kritik zu unterziehen.

Alle drei Phasen entspringen dem einfachen, ja genialen Vertrauen, das Sie jedem leidenden Wesen auf dieser Erde entgegenbringen. Vertrauen, »dieses schwerste ABC« (Hilde Domin), ist die Wurzel der wohl schärfsten Kritik, die das Christentum in seiner klerikal verwahrlosten Form durch Sie erfahren hat. Vertrauen auch in die befremdlichen Ergebnisse der exakten Natur- und Humanwissenschaften: Das ist der Notenschlüssel, mit dem Sie Ihre Sinfonie des Wissens um die physikalische, biologische und anthropologische Entwicklung komponiert haben. Dieses Vertrauen in Natur- und Humanwissenschaften ist der methodisch strenge Schlüssel, der dem religiösen, politischen und medialen Missbrauch von Fakten den Garaus macht. Und es ist das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte v

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