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Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,

vom 05.11.2021
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im März 2013 hatte ich das Glück, als Reporter in Rom die Wahl von Papst Franziskus begleiten zu können. Eine unglaubliche Spannung lag über dem Konklave. Der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hatte auch vielen Kardinälen gezeigt, dass es so nicht weitergehen konnte mit der katholischen Kirche. Und dann stand da Jorge Mario Bergoglio aus Buenos Aires als Papst Franziskus auf der Loggia des Petersdoms. Man konnte einen Papst erleben, der mit so ziemlich allen päpstlichen Konventionen brach – und Bischöfe, die ihre schönen Limousinen um die Ecke parken ließen und zu Fuß zum Termin kamen, der neuen Bescheidenheit wegen. Nun war ich in diesen Oktobertagen wieder in Rom. Von der Begeisterung des Jahres 2013 ist nicht viel geblieben. Der Titel des Heftes, »Die Enttäuschung«, weist aber auch nach vorn: Wer gehofft hatte, Franziskus würde Priestern die Heirat, Frauen die Weihe, homosexuellen Paaren den Segen erlauben, ist um eine Täuschung ärmer (Seite 30). Diese Erneuerung wird von unten kommen müssen.

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