Sozialprotokoll
»Ich kann das«
von
Annette Lübbers
vom 06.11.2015
Seit ich meine Mutter bei mir zu Hause pflege, ist mein Tagesablauf eng getaktet: Sieben Uhr aufstehen, Frühstück machen und Mama füttern. Danach kommt der Pflegedienst, wäscht sie und zieht sie um. Mittagessen, Abendessen. Zwischendurch Windeln wechseln. In solchen Momenten ist meine Mutter nicht meine Mutter, sondern ein ohnmächtiger Mensch, der meine Hilfe braucht. Kopf aus, Schalter umlegen, Emotionen ausblenden. Diese Distanz muss sein, sonst kriegt man das nicht hin.
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Datum der Erstveröffentlichung: 06.11.2015

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