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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2021
Der Inhalt:
Politik & Gesellschaft

Von Vögeln und Engeln

Über das Gedicht »Zur guten Nacht« von Dorothea Grünzweig
von Johann Hinrich Claussen vom 08.10.2021
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Wer alte, pflegebedürftige Eltern hat, kennt das. Man besucht sie im Heim, dort liegen sie im Bett, immer viel zu früh fertig gemacht für die Nacht. Was kann man tun, wenn man nicht nur ratlos neben ihnen stehen und eine Unterhaltung versuchen will, die doch nicht gelingen kann? Man kann die Hand halten und streicheln. Aber wie lange? Was für ein Glück, was für ein Segen ist es, wenn man noch gemeinsam singen kann, weil die alte Mutter in sich einen Schatz aus Liedern bewahrt hat und diese trotz alledem mitsingen kann. Zum Beispiel dieses klassische Abendlied von Paul Gerhardt, dessen vorletzte Strophe lange Zeit von evangelischen Eltern, meist Müttern, beim Schlafengehen ihrer Kinder gebetet oder gesungen wurde. Die Strophe lautet: Breit aus die Flügel beide, / O Jesu, meine Freude, / Und nimm dein Küchlein ein! / Will

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