»Die Mörder sind nicht vom Himmel gefallen«
Die Klassenanalyse, die wir brauchen, ist nicht zu machen ohne revolutionäre Praxis, ohne revolutionäre Initiative.« In diesem Satz der Roten-Armee-Fraktion (RAF) vom April 1971 spiegelt sich verzweifelte Ungeduld: Es muss sich doch etwas ändern in der deutschen Gesellschaft! Nach der Studentenrevolte von 1967/68 kann es doch nicht bei klugen Gedanken in diversen K-Gruppen bleiben. Es gehe doch nicht darum, dass sich Intellektuelle wie in einem Konkurrenzkampf »den Rang um die bessere Marx-Rezeption ablaufen«. Gerade Intellektuelle, so die Verfasser, sollten mit revolutionären Taten vorangehen. Nur so verbinde man sich mit den revolutionären Bewegungen weltweit. Schließlich habe man es hierzulande mit demselben Klassenfeind zu tun wie der Vietcong in Vietnam. Allerdings gelte: Wer beim militanten Kampf in den Metropolen des Westens mitmachen wolle, müsse sich das gut überlegen. Denn »Siegen heißt, prinzipiell akzeptieren, dass das Leben nicht das höchste Gut des Revolutionärs ist«. So kann man es nachlesen in den Ausführungen der Roten-Armee-Fraktion zur Stadtguerilla.
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