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Seekuh frisst Plastik

von Knut Henkel vom 07.10.2016
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Die Seekuh frisst Plastikflaschen. Sie ist kein Tier, sondern ein schwimmendes Müllfahrzeug. Der Verein One Earth One Ocean hat es bauen lassen; beim 35. Deutschen Seeschifffahrtstag in Kiel wurde es vorgestellt. Zwischen den beiden Rümpfen des Katamarans kann ein Spezialnetz gespannt werden, mit dem Plastikmüll und sonstiger Unrat aus dem Meer oder auch aus Flussmündungen gefischt werden kann. »Das Schiff ist mehr als ein Arbeitstier, auf ihm können wir auch Wasserproben entnehmen, sie direkt an Bord analysieren und Berichte über Wasserqualität und die Belastung mit Plastik weitergeben«, erklärt Vereinsgründer Günther Bonin. Etwa zwei Tonnen Müll kann die nur siebzig Zentimeter tief im Wasser liegende »Seekuh« aufnehmen oder aber ans Ufer schieben. Das ist dort sinnvoll, wo der Müllteppich besonders dicht ist, etwa in einigen asiatischen Städten. Die ersten Anfragen aus Hongkong und Singapur habe der Verein schon erhalten, berichtet Bonin. Der sechzigjährige Umweltschützer kam bei der Überführung einer Jacht auf die Idee, sich gegen die Vermüllung der Meere zu engagieren. 140 Millionen Tonnen Müll treiben in den Ozeanen, jedes Jahr kommen zehn Millionen Tonnen hinzu, und rund sechzig Prozent stammen aus Asien. »Wir müssen uns diesem Problem stellen und die ›Seekuh‹ ist unsere Antwort darauf«, sagt Bonin.

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