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Finger in der Wunde

Die meisten Eltern würden ihr Kind auf eine Privatschule schicken. Wenn sie es sich leisten könnten
von Heike Holdinghausen vom 11.09.2009
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Rektor Michael Tiedje trägt Uniform: Jeans, Turnschuhe und ein hellblaues Poloshirt. Fröhlich und konzentriert sitzt der Vierzigjährige in seinem Büro im Evangelischen Johanniter-Gymnasium in Wriezen. Knapp 8000 Menschen wohnen in dem Städtchen im Oderbruch im Osten Brandenburgs, nur 1200 davon sind Mitglied in der evangelischen Kirche. Doch dem neuen evangelischen Gymnasium rennen die Eltern die Türen ein. Der Vorgänger der Schule, ein staatliches Gymnasium in Händen des Kreises, musste dichtmachen. Wegen Schülermangels. Aus demselben Grund konnte das staatliche Gymnasium in der Nachbarstadt im letzten Jahr keine siebten Klassen einrichten und bangte um seine Existenz.

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