Es fehlt der Körperkontakt
Für die Menschen mit Behinderung, die bei uns in der Werkstatt arbeiten, ist es besonders schwer, sich mit den Hygiene- und Abstandsregeln in der Corona-Krise abzufinden. Nein, sie schimpfen nicht, sondern bemühen sich sogar sehr, die eineinhalb Meter Distanz zu halten und tragen alle anstandslos den ganzen Tag ihren Mund-und-Nasen-Schutz. Aber manchmal würden sie einfach gern mal in den Arm genommen werden, wie wir das früher immer gemacht haben! Der Körperkontakt fehlt ihnen sehr. Ich kann sie ja auch nicht mehr aufmunternd anlächeln, weil man das Lächeln unter meiner Maske nicht sieht. Jetzt versuchen wir halt, eine andere Basis zu finden, indem wir Späße machen und laut unter unseren Masken lachen, um gute Stimmung in der Einrichtung zu haben. Das klappt ganz gut, ist aber wahnsinnig anstrengend. Dann müssen wir zwischendurch alles desinfizieren, auf die Abstände achten, durch die Maske atmen … Abends bin ich platt.
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Melanie Schönberger, geboren 1983, ist Heilerziehungspflegerin und Gruppenleiterin in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.
