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Engmaschige Kontrolle

von Thomas Seiterich vom 25.08.2000
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Indien wird aus römischer Sicht immer wichtiger. Denn die Kirche auf dem Subkontinent gilt als eines der letzten fruchtbaren »Pflanzbeete« für den Priester- und OrdensNachwuchs. In keiner anderen Provinz der Weltkirche gibt es in so großer Zahl junge Christinnen und Christen, die bereit sind, auf Ehe und Partnerschaft zu verzichten, um Ordensfrau, Ordensmann oder Weltgeistlicher zu werden. Rund 80 000 junge Ordens-schwestern zählt Indien derzeit. Mit solchen Zahlen kommt das Papst-begeisterte, doch zunehmend westlich orientierte »katholische« Polen schon lange nicht mehr mit. Polen schwächelt in Sachen Priesternachwuchs zunehmend, ja tendiert zum Priestermangel, der im Westen seit Jahrzehnten zur Normalität geworden ist. Doch in Indien gehen die Uhren anders. Die christliche Minderheit auf dem Subkontinent gilt den Strategen um den slowakischen Kardinal Jozef Tomko von der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, die im alten »Propaganda-Fide-Palast« an der römischen Piazza di Spagna sitzt, als eine (noch) heile Welt, die es zu schützen gilt. Denn wer - wie die Römer - Laien im kirchlichen Dienst möglichst nur in untergeordneten Positionen haben möchte, wer an der seit Jahrhunderten überkommenen Klerus-Kirche als Organisationsprinzip eisern festhält, der braucht möglichst zahlreiche zum Zölibat bereite Priester und Nonnen für den kirchlichen Dienst in der weiten Welt.

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