Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD
Eine Brandmauer gegen den Islamismus
Auf dem Berliner CSD war ich mit meiner Schwester und meinem Ehemann. Als wir evakuiert wurden, wussten wir zunächst nicht, was passiert war. Erst als wir die vielen Krankenwagen, die Polizei und den Hubschrauber sahen, wurde uns klar, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Die Nachricht, dass ein Auto in die Menschenmenge gefahren war, hat mich tief erschüttert. Als ehemaliger Salafist weiß ich, warum der CSD für Islamisten ein Feindbild ist. Dort sehen sie all das, was sie ablehnen: Menschen, die ihre Sexualität und Geschlechtsidentität frei leben, überwiegend Nicht-Muslime, den »dekadenten Westen«. Queere Menschen stellen das patriarchale Weltbild infrage. Deshalb werden sie zur Projektionsfläche für Hass.
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Tugay Saraç leitet die Anlaufstelle Islam und Diversity der Ibn Rushd-Goethe Moschee in Berlin.

