Sozialismus und Christentum
Wie Feuer und Wasser?
Auf Einladung des Ortspfarrers Erwin Eckert haben sich im August 1926 über 100 Männer und Frauen aus ganz Deutschland in Meersburg am Bodensee versammelt. Hauptsächlich Arbeiter, unter ihnen eine Handvoll Pfarrer und Lehrer. Ein Arbeiter ist gar zu Fuß von Berlin gekommen. Nach mehreren Anläufen ist es gelungen, erstmals einen landesweiten »Bund der religiösen Sozialisten« (BRSD) innerhalb des deutschen Protestantismus zu gründen. In einem Bericht über die Gründungsversammlung im Meersburger Schloss heißt es: »Im Prunksaal mit seinen profanen Jagdgemälden hängt über dem Rednerpult eine riesige blutrote Fahne mit dem schwarzen Kreuz, als Zeichen für eine ecclesia militans, eine kämpfende Kirche, die sich von Gott in der kapitalistischen Not unserer Zeit ihre Aufgaben diktieren lassen will.«
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Franz Segbers ist emeritierter Professor für Sozialethik. Gerade ist sein Buch »Vor der Sintflut. Christliche Option für einen erneuerten Sozialismus zur Rettung des Lebens« (Edition Exodus) erschienen.
