Fotograf im Exil
Elend und Schönheit in El Salvador
Das Einzige, was Víctor Peña bei seiner Flucht mitnahm, war seine Kamera. Mit ihr erzählte er in seiner Heimat El Salvador Geschichten, die die Mächtigen verschweigen. Das war nicht immer so. Vor 20 Jahren verstand Peña die Fotografie als Kunstform, wie Malerei oder Bildhauerei. Schönheit wollte er fotografieren; Politik interessierte ihn wenig. »Ich habe einfach Fotos gemacht«, sagt der 40-Jährige. Erst als er in den Jahren 2007 und 2008 als Fotograf zu Wahlkampfveranstaltungen in ganz El Salvador fuhr, begann sich sein Blick zu verändern. Er kam in abgelegene Dörfer, in denen Familien ein wenig Mais und Bohnen anbauten und ohne regelmäßiges Einkommen lebten. Gleichzeitig fotografierte er Politiker, die versprachen, das Land befinde sich auf dem Weg in eine goldene Zukunft. Zwischen den Reden und dem, was er durch die Kamera sah, klaffte eine Lücke. »Da habe ich verstanden, dass das, was erzählt wird, nichts mit dem Leben der Menschen zu tun hat.«
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