Personen und Konflikte
Robert Zollitsch,Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat die neuen Normen des Vatikans zur Verfolgung von sexuellem Missbrauch begrüßt. Die Glaubenskongregation gebe mit diesen Bestimmungen »ein klares Signal für die rückhaltlose Aufklärung und Ahndung solcher Untaten«, sagte der Freiburger Erzbischof. In den Vatikannormen wird die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch von zehn auf zwanzig Jahre erhöht und der Umgang von Klerikern mit kinderpornografischem Material zum »schwerwiegenden Delikt« erklärt. Zollitsch stellte klar, dass die Kirche mit diesen Bestimmungen »nur ihren eigenen kircheninternen Rechtskreis regelt«. Die Bestrafung von Tätern nach den staatlichen Gesetzen der verschiedenen Länder bleibe davon völlig unbenommen. Der Erzbischof entschuldigte sich zugleich dafür, dass man 1991 in einem gravierenden Missbrauchsfall durch einen Pfarrer der Diözese Freiburg nicht die Staatsanwaltschaft eingeschaltet habe. Zollitsch, der damals Personalreferent war: »Wir wollten einen gebrochenen, suizidgefährdeten Mann nicht in den Tod treiben.« Diese Überlegung sei aus heutiger Sicht falsch gewesen.
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