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Roman: Yesteryear
Gott sieht alles, was du tust, Millionen Follower ebenfalls

Caro Claire Burkes Debüt über eine Tradwife-Influencerin, die in die »romantisierte« Vergangenheit ihres eigenen Weltbilds versetzt wird und dort die harte Realität eines idealisierten Familien- und Rollenbilds erlebt.
von Anne Strotmann vom 07.07.2026
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Erfolgreicher Start: Noch vor der Buchveröffentlichung waren die Filmrechte von »Yesteryears« vergeben.
Erfolgreicher Start: Noch vor der Buchveröffentlichung waren die Filmrechte von »Yesteryears« vergeben.

Roman. Dieses Debüt von Caro Claire Burke sorgt in den USA und auch in Deutschland für Gesprächsstoff. Schon vor Erscheinen sicherte sich die Schauspielerin Anne Hathaway die Filmrechte. Im Mittelpunkt steht Natalie, eine erfolgreiche Tradwife-Influencerin. Auf ihrer Ranch »Yesteryear« inszeniert sie für Millionen Follower das perfekte Farmleben und ein christlich-konservatives Familienbild. Sie backt Brot in ihrer urigen Küche, sammelt Eier von ihren Hühnern, ihr Ehemann versieht die Feldarbeit, ihre Kinder springen fröhlich umher. Was ihre Community nicht sieht: Hinter den Kulissen sorgen Feldarbeiter, Nannys und eine Social-Media-Produzentin dafür, dass alles perfekt aussieht.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 13/2026 vom 10.07.2026, Seite 54
Vor der Macht
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Eines Tages wacht Natalie im 19. Jahrhundert auf. Ohne Strom und fließendes Wasser, das Klo ist draußen, ihr Mann wirkt älter, ihre Kinder fremd. Plötzlich muss sie das Leben führen, das sie romantisiert hat.

Der Roman wechselt zwischen dieser rätselhaften Gegenwart und Rückblenden, die zeigen, wie Natalie in das Tradwife-Dasein geraten ist. Stück für Stück erfährt man von ihrer Kindheit bei einer alleinerziehenden frommen Mutter, von den Studienfreundinnen, deren modernes Frauenbild abschreckend auf Natalie wirkt, und von der Beziehung zu ihrem Ehemann, den sie bald nach der Hochzeit zu verachten beginnt. Gott ist für sie eine Instanz, deren urteilender Blick der Social-Media-Öffentlichkeit gleicht. Beim Lesen wechseln sich Ablehnung, Mitleid und Verständnis ab. Hinter Natalies Entscheidungen und ideologischen Verrenkungen wird der Wunsch erkennbar, Kontrolle über ihr Leben zu gewinnen.

Caro Claire Burke erzählt klug und spannend. Als linke, feministische Podcasterin beschäftigt sie sich mit Geschlechterrollen, Politik und digitaler Kultur. Diese Themen, prägen auch ihren Roman. Sie entlarvt rechtskonservative Mythen und zeigt, wie die US-amerikanische »traditionelle Familie« all ihren Mitgliedern schadet. Trotz des Umfangs liest sich »Yesteryear« wie von selbst und ist eine perfekte Sommerlektüre. Auch als 14 Stunden lange Hörbuchfassung empfehlenswert!

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Schlagwort: Roman
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