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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2019
Raus aus der Angst!
Kirchentag 2019. Worauf man vertrauen kann
Der Inhalt:

Welt außer Kontrolle

von Wolfgang Kessler vom 05.07.2019
Im Publik-Forum-Zentrum zeigt sich der schmale Grat zwischen Verzweiflung und Vertrauen

Der Grat zwischen Verzweiflung und Vertrauen ist verdammt schmal. Das merkt man auch im katholischen Gemeindezentrum St. Martin, bei dem Publik-Forum während des Kirchentages zu Gast war. Selbst die Engagiertesten haben Zukunftsängste und hegen Misstrauen. Und doch sind ihre Hoffnungen größer. Matthias Katsch zum Beispiel streitet seit vielen Jahren als Vertreter der von sexueller Gewalt Betroffenen für die Aufarbeitung der Verbrechen in der katholischen Kirche. »Viel Vertrauen in die Bischöfe habe ich nicht mehr.« Aber aufgeben will er nicht. »Der Druck von unten muss bleiben!«

Auch Daniel Lörcher gibt nicht auf. In der selbst ernannten Fußball-Hauptstadt Dortmund bekämpft er als Fan-Beauftragter der Borussia Nazigesinnung unter Fans: Er organisiert Reisen nach Auschwitz und verteilt in Kneipen Bierdeckel mit der Aufschrift »Kein Bier für Rassisten«. Doch als im Stadion ein Banner mit der Inschrift »Lörcher, deine Zeit ist um« entfaltet wurde, war er geschockt. An diesem Nachmittag hätte er verzweifeln können.

Angst kocht auch in Naika Foroutan hoch, wenn die renommierte Integrationsforscherin Anzeichen einer »präfaschistischen« Zeit erkennt: Auch in der Weimarer Republik seien die Nazis langsam in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen – unterstützt vom Kulturpessimismus der Intellektuellen. Foroutan untersucht die Spannungen der »postmigrantischen Gesellschaft«. Wenn es »gerecht und demokratisch werden soll, dann muss sich auch die Mehrheit integrieren«. Daran hapert es. Doch sie sieht auch Lichtblicke: »Es gibt immer noch mehr Flüchtlingshelfer als AfD-Wähler und die junge Klimabewegung stimmt mich etwas hoffnungsvoll.«

Darauf setzt auch der Soziologe Hartmut Rosa, wenngleich sein neues Buch »Unverfügbarkeit« auch Pessimistisches enthält. »Wir versuchen jeden Tag, alles in den Griff zu bekommen, die Welt zu beherrschen, und müssen feststellen, dass die Welt gerade dadurch außer Kontrolle gerät.« Diese Paradoxie erzeuge »jene Wut und Aggression, die wir täglich erleben und die sich auch in der Politik niederschlägt«. Vertrauen werde erst wieder wachsen, wenn die Bürger sich gegenseitig zuhören. Friday for Future bietet dazu »eine neue Chance«.

So viel Vertrauen freut die Vertreterinnen der Klimabewegungen. Doch auch sie spüren die Mühen: Britta Kox, Pre

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