Helfen? Oder besser nicht helfen?
Die Vorwürfe wiegen schwer, und sie kommen aus berufenem Mund: Die niederländische Journalistin Linda Polman lebte jahrzehntelang in Krisenregionen vor allem in Afrika, und sie hat sich auf die Arbeit der internationalen Hilfsorganisationen spezialisiert. Seit den 1990er-Jahren hat sie die Konfliktherde in Ruanda, Sierra Leone, Liberia, Somalia, Äthiopien und Sudan aus nächster Nähe beobachtet. In jüngster Vergangenheit recherchierte Polman in Afghanistan und Haiti. Sie hat mit den Verantwortlichen der Weltbank diniert, an internationalen Geberkonferenzen teilgenommen, Berichte der UNO und von Nichtregierungsorganisationen (NGO) studiert. Vor allem aber hat sie mit vielen Menschen in Flüchtlingslagern gesprochen. Und immer wieder stieß sie auf massive Probleme: auf Missbrauch der humanitären Hilfe durch korrupte Regierungen oder Rebellengruppen und auf katastrophal fehlgeleitete Initiativen kleiner NGOs, vor allem aus dem christlichen Lager.
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