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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2018
Streit ums Abendmahl
Der Ökumene droht der Totalschaden
Der Inhalt:

»Wir können den Frieden schon riechen«

von Wolfgang Prawitz vom 22.06.2018
Koreas Christen sind glücklich über die Annäherung von Donald Trump und Kim Jong Un

Heung Soon Park vom Zentrum für Multikulturelle Friedenspädagogik an der Theologischen Honam Universität ist zuversichtlich. Nach dem Treffen von Kim Jong Un mit Donald Trump werde er mit dem Zug von Gwangju in Südkorea durch ganz Nordkorea bis nach Berlin reisen. Da sei er sicher.

Ganz so optimistisch äußern sich andere Kirchenvertreter in Südkorea nicht, aber die Hoffnung, dass das Treffen von Trump und Kim Jong Un einen wichtigen Schritt zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel darstellt, ist überall spürbar. »Der Frieden war nie so nah wie zu dieser Zeit. Wir fühlen uns, als könnten wir ihn bereits berühren und riechen.« So beschreibt der protestantische Pfarrer Junn Kang die Stimmung im Land, die seit der Begegnung der beiden koreanischen Präsidenten Kim Jong Un und Moon Jae In am 27. April in Panmunjom immer mehr um sich greift. Wird es endlich Frieden geben? Bis heute gibt es zwischen den Ländern keinen Friedensvertrag, sondern nur einen Waffenstillstand.

Der Koreakrieg von 1950 bis 1953 war der erste »heiße« Krieg im Kalten Krieg – ein Stellvertreterkrieg zwischen den Großmächten Russland und China auf der einen und den USA auf der anderen Seite. Über vier Millionen Menschen verloren auf diesem Schlachtfeld ihr Leben. »Deshalb fühlen sich eigentlich alle Koreaner als Opfer«, erklärt Pfarrer Ra Heak Jib, langjähriger Vorsitzender des Komitees für Versöhnung und Wiedervereinigung des Nationalen Kirchenrats Korea (National Church Council Korea – NCCK). Jib ist Pfarrer der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea, zu der die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau eine enge Partnerschaft unterhält. Diese presbyterianische Kirche war von Anfang an im Kampf für Demokratie und Menschenrechte engagiert, insbesondere während des Aufstands gegen die Militärdiktatur 1980 in Gwangju. Und sie hat sich auch später nie gescheut, die eigene Regierung zu kritisieren, wenn es um Menschenrechte und Demokratie ging.

Die kirchlichen Friedensinitiativen in Korea haben immer wieder an die Erfahrungen der kirchlichen Friedensbewegung in Deutschland angeknüpft. Dass sich ein ehemals geteiltes Land auf friedliche Weise unter tatkräftiger Mithilfe friedensbewegter Christen wiedervereinen konnte, war für sie stets eine Ermutigung, die H

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