Meine Umkehr
25 Jahre lebte ich ohne Gebete und ohne Gott. 25 Jahre war ich dem Glücksspiel verfallen. Meine Göttin war Fortuna, die mir, mithilfe des Roulettespiels, zu Wohlstand verhelfen sollte. Es kam freilich anders, und den Schlusspunkt bildeten mehrere schwere Straftaten, die man als Beschaffungskriminalität werten kann. Vor rund fünf Jahren entsagte ich dem Glücksspiel, beendete meine kriminellen Aktivitäten. Mein schlechtes Gewissen gegenüber den Geschädigten brachte mich zum Glauben. Ich übergab mein Leben an Jesus. Auch wollte ich Gutes tun, der Gesellschaft etwas zurückgeben. Ich gründete eine kleine freikirchliche Gemeinde, die »Church of Veritas«. Die Wahrheit ist die tragende Säule unserer Gemeinschaft. Schon rasch bemerkte ich die positive, persönlichkeitsverändernde Wirkung meiner Gebete. Es sind mittlerweile nahezu ausschließlich Dankgebete. Ich habe so viele gute Gründe, Danke zu sagen. Manches Mal spreche ich auch Fürbitten für mir nahestehende Menschen. Ich bete mehrfach am Tag, weil es einfach guttut, sich zu bedanken. Vor Kurzem fiel mein Urteil, elf Jahre für alle meine Taten. Es ist in Ordnung so. Hier im Gefängnis treffe ich täglich auf Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensläufen. Manches Mal darf ich jemanden trösten, dem es nicht gutgeht. Öfter ergeben sich wertvolle Gespräche, und ich hoffe, das mancher straffällig gewordene Mensch sich besinnt, sein künftiges Leben dem Guten widmet.
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