Sudan: Empörung über Todesurteil
Weltweit ist die Empörung groß: Ein Gericht in Khartum (Nordsudan) hat die Christin Meriam Yahia Ibrahim wegen Abfalls von Glauben zum Tod verurteilt. Die Ärztin ist im achten Monat schwanger und befindet sich mit ihrem zwanzig Monate alten Sohn in Haft. Das Urteil – Tod durch Erhängen – soll frühestens zwei Jahre nach der Entbindung vollstreckt werden. Außerdem wurde die 27-Jährige wegen Ehebruchs zu hundert Peitschenhieben verurteilt. Nach dem sudanesischen Scharia-Gesetz wird ihre Ehe mit einem südsudanesischen Christen als ungültig betrachtet. Nach Angaben von Amnesty International wuchs die Frau als orthodoxe Christin auf. Die Gesellschaft für bedrohte Völker hält den Fall deshalb für besonders tragisch, »weil die Frau den muslimischen Glauben niemals tatsächlich praktiziert hat«. Die südsudanesische Oppositionsbewegung Sudan Change Now bezeichnet das Urteil als »schamlos« und fordert die Freilassung Ibrahims.
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