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Der etwas andere Linke

von Anna Lehmann vom 13.04.2018
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Am 18. März gewann René Wilke die Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt/Oder gegen Amtsinhaber Martin Wilke. Mit 62,5 Prozent der Stimmen fiel die Entscheidung sehr deutlich für den jungen René Wilke aus, den Kandidaten der Linkspartei. Unterstützt wurde er auch von Bündnis 90/Die Grünen. Mit 33 Jahren ist Wilke der jüngste Oberbürgermeister Brandenburgs – und der einzige der Linkspartei. Und Wilke repräsentiert durchaus den Typ des etwas anderen Linken. Er ist in Frankfurt/Oder geboren, studierte an der Europauniversität Viadrina und machte eine Ausbildung. Die DDR-Bezirksstadt Frankfurt erlebte er nur als Kleinkind. Seine Eltern zogen mit ihm nach Moskau, als er sechs Jahre alt war, die ersten Jahre der Nachwendezeit lernte Wilke Frankfurt/Oder vor allem in Urlauben kennen. Die damaligen Widersprüche hätten ihn nachhaltig geprägt, sagt er. Die Berliner tageszeitung schreibt über Wilke: »Er verkörpert einen neuen Typ Linke, jenseits von Bratwurst und Prinz-Heinrich-Mütze.« Diese Einschätzung mag seiner Jugend und seinem Stil zu verdanken sein. Er ist kein Einpeitscher, sieht sich eher als Vermittler zwischen den Bürgern und der Politik. Den Stopp der Kreisreform in Brandenburg, die seine Partei als Koalitionspartner in der Landesregierung mitgetragen hatte, begrüßte Wilke – gegen seine Parteiführung. Im Wahlkampf suchte er das Gespräch mit den Leuten, wählte das Format der Wohnzimmergespräche, um die Welt vom Couchtisch der Frankfurter aus wahrzunehmen.

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