Pro und Contra
AfD vom Katholikentag ausladen?
Ja, die AfD gehört nicht zur Familie!
Kirchenpolitikerinnen und -politiker aller Bundestagsfraktionen sind beim Katholikentag in Münster auf ein Podium geladen. 2016 in Leipzig hatte man sich noch bewusst gegen eine Einladung der AfD entschieden, weil »angesichts der menschenverachtenden Thesen des Führungspersonals eine inhaltliche Auseinandersetzung nicht möglich« sei. Obwohl sich daran nichts geändert hat, stellt man nun einem Rechtspopulisten eine Bühne zur Verfügung. Das Einladungsformat stellt die AfD mit anderen Parteien gleich, wie es auch bei vielen Auftritten auf Podien und in Talkshows in den letzten Jahren gehandhabt wurde. So hat man der Partei zu gesellschaftlicher Akzeptanz verholfen. Durch ihre Vertretung im Bundestag ist die AfD nicht tragbarer für ein Podium auf dem Katholikentag geworden. Im Gegenteil, sie hat sich seit dem Katholikentag 2016 deutlich radikalisiert. Dies schlägt sich in öffentlichen Äußerungen, grundgesetzwidrigen Anträgen im Bundestag sowie in Berichten des Verfassungsschutzes nieder, der einzelne Mitglieder und ihre Verbindungen in die weitere rechtsextreme Szene beobachtet. Die politischen Vorstellungen der AfD bedrohen in letzter Konsequenz alle Religionsgemeinschaften, den Rechtsstaat und die Suche nach gesellschaftlichem Frieden.
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Lisi Maier, geboren 1984, ist Vorsitzende des Bundes der Deutschen KatholischenJugend (BDKJ) und Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenrats. Sie lebt in Berlin
Stefan Vesper, geboren 1956, Religionspädagoge und langjährig leitend in der Erwachsenenbildung tätig, ist Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Er lebt in Bad Honnef
