Glaubenssätze aus dem Geldhimmel
Doku. Wie der Blick der Götter aus den Wolken auf ihre Untertanen, so mutet der Blick aus den Höhen der Europäischen Zentralbank auf die Stadt Frankfurt an. In eindrücklichen Bildern verdeutlicht der Dokumentarfilm »Oeconomia« sowohl den räumlichen wie den mentalen Abstand zwischen denen, die über so etwas Abstraktes wie »Geld« bestimmen, und denen, die diesen Entscheidungen buchstäblich Rechnung tragen müssen, obwohl sie die Spielregeln einer globalisierten Wirtschaft immer weniger durchschauen. Doch wie kommt Geld überhaupt in die Welt? Diese Frage nach dem Zusammenspiel zwischen Wirtschaftswachstum, Vermögenskonzentration und Verschuldung ist der Ausgangspunkt der Recherche. Die Dokumentarfilmerin stellt sie, in bewusst simpler Manier, an die »Big Player« der deutschen Finanzwelt. Manchem geht sie dabei mit ihren naiven Fragen zu den Glaubenssätzen von Gewinn, Verlust, Kredit und Tilgung auf die Nerven: Das sei so, als ob man frage, »warum fällt ein Stein nach unten?« Kontrastiert werden die Aussagen der Finanzelite durch eine Gruppe von Kapitalismuskritikern, die auf die Gefahren der zunehmenden Staatsverschuldung hinweisen: Etwas ist faul in dieser schulden-getriebenen Wirtschaft, könnte sie sich doch weniger als Kreislauf denn als Todesspirale entpuppen.
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