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Was ist Autismus?

von Birgit-Sara Fabianek vom 22.03.2019
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Aktuell wird angenommen, dass ein bis zwei Prozent aller Menschen weltweit autistisch sind – viel mehr, als man früher dachte. Autismus ist keine Krankheit, sondern eine neurologisch-genetisch bedingte Form der Wahrnehmung. Das heißt, Autisten verarbeiten Eindrücke und Sinnesreize anders; sie haben andere Denk- und Lernstile, eine andere Art der sozialen Interaktion und Kommunikation und einige Verhaltensweisen, die nicht-autistischen Menschen nicht unmittelbar verständlich sind. Dabei sind die Übergänge zwischen autistischer und der sogenannten neurotypischen Wahrnehmung fließend; so kennt jeder Mensch Situationen, in denen er sehr stark auf sich bezogen und wenig dialogisch oder sozial empathisch ist. Bei denen, die als Menschen mit Autismus gelten, ist die diagnostische Ausprägung sehr stark. Bis vor wenigen Jahren gab es viel zu wenige Fachleute, die sich mit autistischen Strukturen auskannten. Deshalb bekamen viele Kinder andere Diagnosen wie ADHS, oppositionelles Verhalten oder Depression, die jeweils nur einen Teil der Symptome abdecken. Unauffällige Formen von Autismus wurden häufig nicht erkannt, denn Autismus ist ein Spektrum: Zum Beispiel sprechen manche Menschen im Autismus-Spektrum überhaupt nicht, andere können sich dagegen sehr gut ausdrücken, finden es aber dennoch schwierig, ein Gespräch zu führen – wegen der sozialen Aspekte. Lange Zeit ging man davon aus, dass alle Menschen mit Autismus geistig behindert seien. Heute weiß man, dass bei Menschen mit Autismus die Intelligenz genauso verteilt ist wie bei der übrigen Bevölkerung.

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