Ein Baby mit drei Eltern
Die einen feiern es als spannenden Fortschritt, die anderen als bioethischen Skandal: die künstliche Erzeugung eines Babys mit dem Erbgut dreier Erwachsener. Das entsprechende Gesetz, dem das britische Parlament kürzlich zugestimmt hat, sorgt nach wie vor für Diskussionen. Die umstrittene Befruchtungsmethode ist nun in Großbritannien legal. Befürworter argumentieren, bestimmte Erbkrankheiten könnten so verhindert werden. Gegner sehen in dem neuen Verfahren menschenunwürdige genetische Experimente. So merkten Vertreter der anglikanischen Kirche und der katholischen Kirche an, dass es neben ethischen Bedenken völlig unklar sei, ob dieses Verfahren gesundheitlich unbedenklich ist. Der EU-Abgeordnete Peter Liese (CDU) kritisierte: »Die Technik sieht einen Eingriff in die menschliche Keimbahn vor. Damit reißt Großbritannien eine der letzten Grenzen ein, die als unverrückbar angesehen wurden.« Ihm zufolge ist das Vereinigte Königreich das erste Land weltweit, das die Technik zulässt. In Deutschland sind selbst Versuche mit dieser Art der Befruchtung verboten.
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