»... und dann reißt du dich auf«
Halb verlegen, halb stolz sitzen Alex und Henni in einem Klassenraum der Regelschule Carl-August-Musäus im Plattenbaugebiet Weimar-West. Einerseits: Katzenjammer. Die Zeit, »die man wohl nur einmal in seinem Leben hat«, ist vorbei. Nach dem großen Hype ist ja wieder der wenig geliebte Alltag eingekehrt. Und die meisten derer, mit denen sie in den letzten Wochen »eine große Familie« geworden sind, sehen sie nicht wieder. Andererseits: Da ist die überraschende Erfahrung, bei etwas Großem dabei gewesen zu sein. Live, in Farbe, »voll in echt«. Ja, er hat getanzt vor großem Publikum, der schüchtern wirkende Alex Albrecht. Vorher hat der 14-Jährige nie getanzt. Nicht einmal zuhause ganz privat. Aber als die Lehrerin gefragt hat, ob die ganze Klasse an diesem Projekt »Grenztänzer« mitmachen wolle, da hat er sofort Ja gesagt. Einmal, weil es klasse ist, sieben Wochen mal keine Schule zu haben. Aber auch, weil da dieses Unbekannte gewunken hat. Und jetzt kann er sagen: Ich habe getanzt. Drei Mal vor 800 Leuten. Auch vor seiner Mutter und seiner Schwester. Sogar solo. »Das hat mir ganz viel Selbstbewusstsein gegeben. Jetzt weiß ich: ich kann es.« Er spricht leise und knetet sich die Finger. »Zuvor war ich es nicht gewohnt, mit dem Körper etwas zu sagen. Aber mit Tanz kann man alle Gefühle ausdrücken.«
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