Tödliche Eile
Mehr! Mehr!« schreit der »kleine Hävelmann« in Theodor Storms Märchen – bis sein fliegendes Bett mit dem Mond zusammenstößt und das schlechte Ende naht »Immer schneller, immer weiter, immer mehr« so könnte auch das Lebensmotto unserer technokratischen Leistungsgesellschaft lauten. Tempo ist ihr Lebenselixier, Mobilität ihr Grundprinzip – und alle Räder drehen sich schneller und schneller. »Die Schnelligkeit irgendeines Geschehnisses interessiert den modernen Menschen fast ebenso wie die Massenhaftigkeit«, schrieb am Anfang des Jahrhunderts der Ökonom Werner Sombart: »Aller Größenwahn und aller Schnelligkeitswahn unserer Zeit findet seinen Ausdruck in dem Begriff des Rekords, und ich halte es nicht für unwahrscheinlich, daß ein Geschichtsschreiber, der die Gegenwart, in der wir heute leben, in ein paar hundert Jahren schildern soll, diesen Abschnitt seiner Darstellung überschreibt: Das Zeitalter des Rekords …«
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