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Leserbrief
Schulden erlassen

vom 04.02.2025
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Zu: »Eine heilige Zeit« (1/2025, Seite 10)

Zu Recht tut Michael Schrom den zum Heiligen Jahr ausgelobten vollkommenen Ablass als »theologischen Mummenschanz« ab. Beiläufig nur erwähnt er die Ursprünge des Heiligen Jahres im biblischen Gnadenjahr. Doch leider unterschlägt er die theologische und wirtschaftsethische Brisanz, die schon prominent in der Verkündigungsbulle zum Heiligen Jahr 2025 formuliert wird. Papst Franziskus fordert entschieden, denjenigen Ländern die Schulden zu erlassen, die sie niemals zurückzahlen könnten. Das sei keine Sache »des Großmuts, sondern der Gerechtigkeit«. Der Papst fordert einen kulturellen und strukturellen Wandel zur Überwindung der Finanzkrise und deshalb eine neue Finanzarchitektur, die auf Solidarität und Zusammenarbeit der Völker beruht. Der Papst spricht auch von einer »ökologischen Schuld«, denn die Reichen nehmen sich zu viel von den natürlichen Ressourcen, die doch Gemeingut aller sind. Die ökologischen Schulden und die Auslandsschulden seien zwei Seiten derselben Medaille: nämlich die Logik der Ausbeutung, die in der Schuldenkrise gipfelt. Wer wagt in diesen Zeiten, in denen Finanzoligarchen das Sagen übernommen haben, noch einen Schuldenerlass zu fordern – außer Papst Franziskus? Es hätte Publik-Forum gut angestanden, diese Forderung stark zu machen. Franz Segbers, Konstanz

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 3/2025 vom 07.02.2025, Seite 62
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