Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
als ein »Jahr der Angst« hat der Gießener Politikwissenschaftler Claus Leggewie das zurückliegende Jahr charakterisiert – möge es nicht der Auftakt zu einem »Jahrzehnt der Angst« gewesen sein. Leggewies Befürchtung ist nicht unbegründet. Kriege, Flüchtlingsströme, Terror, das Erstarken des politischen Islams und die Aushöhlung der Demokratie in Osteuropa – all das befeuert Angst. Natürlich hat Angst als Warninstrument in unübersichtlichen Situationen eine nützliche Funktion. Doch Angst macht eng. Und Enge befördert Ressentiments – bis zum blanken Hass.
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Michael Schrom
ist Leiter des Ressorts
Religion & Kirchen
