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Nichts ist ausgelöscht

von Edeltraud Nölkensmeier vom 12.01.2018
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Ich bin ein Kriegskind, geboren 1936. Im Alter von circa siebzig Jahren habe ich mich mit den Belastungen und Verletzungen, die in diesen Kriegserlebnissen ihren Ursprung haben, beschäftigt: mit den nächtlichen Angstattacken, mit den Panikausbrüchen bei Sirenengeheul, mit dem Erschrecken und Zurückweichen bei jeglichem Feuer, mit dem Gefühl von ständigem Bedrohtsein in unterschiedlichen Formen. Als Kind im Krieg waren viele allein. Auch meine Eltern konnten mir nicht beistehen, der Vater war abwesend und die Mutter war selbst voll Trauer, weil ihre Schwester in einer sogenannten »Heilanstalt« als »unwertes Leben« ermordet wurde. Ich fand eine gut begleitete Kriegskindergruppe zu Gesprächen. Ich fand hilfreiche Literatur zum Thema. Ich habe geforscht und gesucht nach Spuren von Ereignissen, an die ich mich oft nicht bewusst oder nur bruchstückhaft erinnerte, die aber doch prägend waren. Ich habe mich dieser traurigen Kindheit bewusst gestellt, den Stätten und Ereignissen, die mein Leben belastet haben.

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