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Gerechter Friede

von Bettina Röder vom 15.01.2010
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Nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation war die katholische Kirche der evangelischen im vereinigten Deutschland im Blick auf die Friedensposition um Längen voraus. Im Jahr 2000 verabschiedeten die deutschen katholischen Bischöfe die Denkschrift »Gerechter Friede«, die der seit Jahrhunderten geltenden Lehre vom gerechten Krieg eine klare Absage erteilte. Die Bischöfe beriefen sich dabei ausdrücklich auf die Ökumenische Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung zum Ende der DDR. Es müsse eine Lehre vom gerechten Frieden entwickelt werden, die zugleich theologisch begründet und dialogoffen auf allgemein-menschliche Werte bezogen ist, wird dort gefordert. 2007, also sieben Jahre später als die katholische Kirche, tritt die Evangelische Kirche in Deutschland mit ihrer Friedensdenkschrift an die Öffentlichkeit. Im Unterschied zum katholischen Papier werden die wichtigen Grundsätze der Kirchen in der DDR, die zum Ende der Blockkonfrontation führten, nicht einbezogen. Auch der Afghanistan-Krieg – Deutschland ist schon mittendrin – findet keine Erwähnung. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel rechtfertige im Ausnahmefall militärische Mittel. Die sei nicht mehr gegeben, wenn die Zivilbevölkerung Schaden leide, heißt es aber unmissverständlich in dem Papier.

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