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Retter aus der Todeszelle

Der US-amerikanische Anwalt Bryan Stevenson hat Hunderte Menschen vor der Hinrichtung bewahrt. Porträt eines Mannes, der als »Nelson Mandela Amerikas« gilt
von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 17.12.2015
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Harvard-Absolvent Bryan Stevenson ist ein ungewöhnlicher Anwalt: Er vertritt mittellose Bürger, jugendliche Straftäter und Menschen, die zur Todesstrafe verurteilt wurden. »Wir haben ein Justizsystem geschaffen, in dem man besser behandelt wird, wenn man reich und schuldig ist, als wenn man arm und unschuldig ist. Wohlstand, nicht Wahrheit liegt etlichen Urteilen zugrunde«, sagt er (Foto: Reuters/Marvin Gentry)
Harvard-Absolvent Bryan Stevenson ist ein ungewöhnlicher Anwalt: Er vertritt mittellose Bürger, jugendliche Straftäter und Menschen, die zur Todesstrafe verurteilt wurden. »Wir haben ein Justizsystem geschaffen, in dem man besser behandelt wird, wenn man reich und schuldig ist, als wenn man arm und unschuldig ist. Wohlstand, nicht Wahrheit liegt etlichen Urteilen zugrunde«, sagt er (Foto: Reuters/Marvin Gentry)

Wenn Bryan Stevenson in Talkshows oder auf Konferenzen zu Gast ist, um über Polizeigewalt, Rassismus und die Willkür der amerikanischen Justiz zu sprechen, beginnt er bei seiner Großmutter. Sie war die Tochter von Sklaven, die den Lynchterror Anfang des 20. Jahrhunderts noch erlebte. Aber das erzählt Stevenson erst später. Zuerst teilt er mit dem Publikum Momente seiner Kindheit, in denen die Oma ihn so fest drückte, dass er kaum Luft bekam. Wenn sie ihn einige Zeit später inmitten seiner Cousins und Cousinen sah, fragte sie: »Bryan, spürst du meine Umarmung noch?« Wenn er verneinte, nahm sie ihn abermals in den Arm, um ihm zu zeigen, wie sehr er geliebt wird.

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