Ursula Nothelle-Wildfeuer
Ursula Nothelle-Wildfeuer, Professorin für christliche Gesellschaftslehre, lobt die Rentenpläne der Bundesregierung. »Diese Reform leistet im Sinne von Gerechtigkeit, Solidarität und Subsidiarität mehr, als der rentenpolitischen Debatte der letzten zwei Jahrzehnte zuzutrauen war«, schreibt die Freiburger Professorin in der Zeitschrift Herder Korrespondenz.
Den Kern der Reform sieht die Theologin nicht im Ende des Renteneintrittsalters mit 63 Jahren. Stattdessen liege er in einer Veränderung der Statik des dreisäuligen Systems der Alterssicherung, aus gesetzlicher Rentenversicherung, betrieblicher Altersversorgung und privater Vorsorge.
Die sozialethischen Kriterien der Solidarität und der Subsidiarität sieht Nothelle-Wildfeuer verwirklicht: So zeige sich Solidarität in der obligatorischen, paritätisch finanzierten und kollektiv risikoausgleichend ausgestalteten Kapitalrente und in der bleibenden Kopplung der Renten an die Lohnentwicklung.
Das Reformpaket könne keine umfassende Versorgung für jeden Menschen garantieren. Doch das »darin angelegte Zusammenspiel aus Verpflichtung, Ermöglichung und Auffanglösung« mache daraus ein tragfähiges Konzept.

Personen und Konflikte