»Die Leute glauben an das Wunderbare«
von
Brigitte Neumann
vom 14.08.2016
John Irvings Haltung zur Religion kann man pragmatisch nennen: »Ich vertue meine Zeit nicht damit, über etwas nachzudenken, was ich nicht beweisen kann.« (Foto: pa/dpa/Toni Albir)
Historische Hamburg-Ansichten an den Wänden, Lampen auf Ständern aus Murano-Glas, Schiffchen mit saftig glänzenden Erdbeeren auf dem Tisch, der Butler reicht auf Wunsch einen Espresso. Auftritt John Irving: schwarze Lederjacke, abweisender Blick in den Raum. Interviewtag im teuersten Hotel der Stadt. Ich bin als Erste dran. Der Autor hat gerade gefrühstückt.
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John Irving, 74, schrieb 14 Romane, etliche wurden verfilmt. Er war monatelang auf mexikanischen Müllkippen unterwegs, um für seinen aktuellen Roman »Straße der Wunder« zu recherchieren. Mit 14 Jahren fing Irving an zu schreiben – und zu ringen. Seitdem spielt Sport eine wichtige Rolle in seinem Leben: Zwanzig Jahre lang beteiligte er sich an »Wrestling-Wettkämpfen«. Von ihm überliefert ist der Satz, Schreiben sei wie Ringen, man müsse auf die Geschichte zugehen wie auf einen Gegner. Seit den 1970er-Jahren ist John Irving ein international erfolgreicher Megastar der Literatur. Vor Kurzem hat er seinen Wohnsitz von Vermont, USA, nach Toronto, Kanada, verlegt: Aus Protest gegen das, wie er sagt, »Raubtier Donald Trump, das es schafft, sich die Ignoranz und die Angst der Menschen zunutze zu machen«. John Irving ist in zweiter Ehe mit seiner Agentin verheiratet und hat drei Söhne.

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