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Die Lieder der Nachbarn

Seit Monaten leben Migranten in den USA in Angst, auch wenn sie längst heimisch geworden sind und einen US-Pass besitzen. Doch die Nächstenliebe ist stärker.
von Arnd Henze vom 17.06.2026
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(Foto: 2026 Getty Images/Adam Bettcher)
(Foto: 2026 Getty Images/Adam Bettcher)

Donald Trump hat nicht gewusst, wie gut wir Lutheraner singen können, erzählt Angela Denker und lacht. Wie viele im Mittelwesten der USA hat auch die Pfarrerin aus Minneapolis deutsche und skandinavische Wurzeln. »Unsere Kirchenchöre waren die ersten, die im Januar bei den Protesten gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE dabei waren.« Und so entstand »Singing Resistance«, eine spontane Bewegung, die dem Protest gegen das brutale Vorgehen der vermummten Greiftrupps gegen Migranten ihren Sound gab und sich inzwischen über das ganze Land ausgebreitet hat. Die Texte sind einfach, die Harmonien eingängig: »Haltet durch, haltet durch ihr Lieben. Die Morgenröte ist nah.« Wenn Hunderte in den sich immer wiederholenden vierstimmigen Satz einstimmen, klingt das wie die Gesänge von Taizé.

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