Der Hüter der Schrift

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Elad Cohen öffnet sein schwarzes Mäppchen, holt eine weiße Feder und ein Tintenfass heraus und schaltet die helle Schreibtischlampe an. Die Truthahnfeder hat er selbst angespitzt – so, dass er alle hebräischen Buchstaben möglichst gleichmäßig mit weichem Strich schreiben kann. Cohen taucht die Spitze in die Tinte und schreibt die ersten Zeichen auf das Pergament – von rechts nach links, in gleichmäßigem Rhythmus, akribisch. Kein Buchstabe darf den anderen berühren. »Allein zu lernen, die Hand so zu halten, um den richtigen Druck auf die Feder auszuüben, hat Monate gedauert.«
»Je genauer geschrieben wird und je schöner die Thorarollen sind, desto gefragter ist ein Sofer Stam«, sagt Cohen und lächelt. Er trägt eine Kippa und die Schläfenlocken eines orthodoxen Juden und sagt, das Schreiben sei ein
Silke Fries ist Redakteurin beim Hessischen Rundfunk und arbeitet als Autorin mit Schwerpunkt Nahost für verschiedene Medien. Sie lebt in der Nähe von Frankfurt am Main.




