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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2019
Wie christlich ist Ihre Politik?
Fragen an Annegret Kramp-Karrenbauer
Der Inhalt:

Der verklebte Mund der Maria

von Eva-Maria Lerch vom 29.04.2019
Katholische Frauen rufen mit der Aktion »Maria 2.0« zum Kirchenstreik auf. Es sind gerade die Treuesten und Verlässlichsten, die die Gemeinden bisher immer getragen haben
Zum Schweigen verurteilt: Marienbild von Lisa Kötter aus Münster. (Illustration: © Lisa Kötter)
Zum Schweigen verurteilt: Marienbild von Lisa Kötter aus Münster. (Illustration: © Lisa Kötter)

An einem Sonntag im Februar 2019 erhob Elisabeth Sikora sich von der Kirchenbank und verließ demonstrativ den Gottesdienst. Ein Gastpfarrer hatte über »die linke Wange« gepredigt und gefordert, dass Christen immer wieder verzeihen müssten. Es war der Tag, an dem in Rom die Bischofssynode zum sexuellen Missbrauch tagte und die Katholiken auf einen ernsthaften Wandel ihrer Kirche warteten. »Der Prediger hat den Missbrauch nicht mit einem Wort erwähnt«, erinnert sich Sikora. »Wieder sollten wir alles einfach hinnehmen – ohne jede Auseinandersetzung mit den Verbrechen, die da geschehen sind!« In dem Moment habe sie gewusst: »Jetzt können wir nicht mehr schweigen!« Wenige Tage später stieß die 56-Jährige aus dem sauerländischen Kierspe auf die Internetseite von Maria 2.0.

Die Aktion Maria 2.0 ruft alle katholischen Frauen zu einem Kirchenstreik auf. Vom 11. bis 18. Mai 2019 wollen die Katholikinnen keine Kirche betreten und alle Ehrenämter ruhen lassen. »Wir alle wissen, wie leer die Kirchen dann sein werden und wie viel Arbeit unerledigt sein wird«, heißt es in dem Aufruf.

Der Kirchenstreik der Frauen ist eine echte Basisbewegung: Kein Verband, kein Bundesteam leitet die Aktionen an. Da ist nur eine Internet- und eine Facebookseite. Und eine kleine Frauengruppe in Münster, mit der alles begann.

Die Idee sei in einem Lesekreis der Pfarrei Heilig-Kreuz in Münster geboren, erzählt Andrea Voß-Frick. Die 49-Jährige war eine von sieben Frauen, die sich regelmäßig trafen, um gemeinsam die Enzyklika »Evangelium Gaudium« von Papst Franziskus zu lesen. »Doch angesichts des Missbrauchs und seiner Vertuschung kam die frohe Botschaft überhaupt nicht mehr rüber«, e

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