Fernsehen
Mehr Diversität in die Medien
Das deutsche Fernsehen hat ein Diversitätsproblem. Um das zu wissen, muss man nicht erst die aktuelle Studie der Neuen deutschen Medienmacher*innen lesen, es reicht, den Fernseher einzuschalten. Die allermeisten Menschen, die dort Nachrichten vorlesen, Talksendungen moderieren oder als Expertinnen vor der Kamera stehen, sind weiß. Forschungsergebnisse belegen, wie homogen etwa journalistische Sendungen besetzt sind: Ungefähr 27 Prozent der Menschen hierzulande haben einen Migrationshintergrund, aber nur zehn Prozent der Menschen, die in den Nachrichten über Deutschland zu Wort kommen, sind migrantisch. Und wenn sie sprechen, dann vor allem über die Themen Migration und Flucht – als ob sie zu Wirtschaftsfragen, Bildungs- oder Klimapolitik nichts zu sagen hätten. Das Fernsehen bildet die gesellschaftliche Vielfalt also bei Weitem nicht ab. Auch Frauen sind unterrepräsentiert und behinderte Menschen sieht man im Fernsehen höchstens, wenn gerade die Paralympics stattfinden. Das Problem daran ist nicht nur, dass manche Gruppen sich bei ARD, ZDF und RTL nicht wiederfinden. Auch für die Arbeit der Redaktionen ist ihre einseitige Besetzung schlecht, denn ihnen fehlen relevante Perspektiven; sie hängen der diverser werdenden Gesellschaft hinterher. Das gilt nicht nur für den TV-Journalismus.
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