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Erinnerungskultur
Die Erinnerung der Anderen

Der Holocaust gilt in Deutschland als einzigartiges Verbrechen, daran zu erinnern zur Staatsraison. Für den Kolonialismus gilt das nicht, Vergleiche erscheinen oft tabu. Kann man das eine Leid anerkennen ohne das andere zu relativieren?
von Anne Strotmann vom 08.10.2022
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Unvergleichlich? Den Genozid an den Herero mit dem Holocaust zu vergleichen, ist heikel. (Fotomontage: ullstein bild; pa /zb / Deutsche Fotothek)
Unvergleichlich? Den Genozid an den Herero mit dem Holocaust zu vergleichen, ist heikel. (Fotomontage: ullstein bild; pa /zb / Deutsche Fotothek)

Geschichtsstudenten an der Uni Haifa im Jahr 1999 befassen sich mit dem Holocaust. Als erste Lektüre bekommen sie vom Professor Joseph Conrads »Herz der Finsternis« (1899). Darin beschreibt der Erzähler die Grausamkeiten in der belgischen Ausbeutungskolonie im Kongo. Er sieht Schwarze Männer für den Bau einer Eisenbahnlinie schuften. Einige haben sich unter Bäume zum Sterben zurückgezogen: »Sie starben langsam – das war ganz klar. Dies waren keine Feinde, keine Verbrecher, sie waren nichts Irdisches mehr, nur noch schwarze Schatten der Krankheit und des Hungers, die durcheinander im grünlichen Schatten lagen.«

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Schlagwörter: Holocaust Kolonialismus
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