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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2020
Gott der Gegenwart
Was Christen heute zu sagen haben
Der Inhalt:

Wenn Vertrauen aus dem Takt gerät

von Norbert Copray vom 19.09.2020
Buch des Monats: Vertrauen ist entscheidend für das menschliche Miteinander. Was es damit auf sich hat und wie es auch missbraucht wird, untersucht der Autor Martin Hartmann.
Das neue Buch des Monats bei Publik-Forum (Coverabbildung: S. Fischer Verlag)
Das neue Buch des Monats bei Publik-Forum (Coverabbildung: S. Fischer Verlag)

Martin Hartmann
Vertrauen
Die unsichtbare Macht. S. Fischer.
303 Seiten. 22 €

Intaktes Vertrauen wird gar nicht bemerkt. Nicht einmal leicht schwindendes Vertrauen stört. Weil jedoch »Vertrauen ist wie die Luft zum Atmen«, so der Soziologe Martin Hartmann, wird mangelndes Vertrauen oder schwindendes Vertrauen bemerkt, sobald das Atmen anstrengend und die Kommunikation um eine Spur umständlicher wird. In seinem Buch »Vertrauen« beschreibt Hartmann trefflich die »große Krise« des Vertrauens.

Die angenommene und tatsächliche Bedrohung durch Terror greift das Grundvertrauen an, was sein Ziel ist. In unserer »Vertrauensbedarfsgesellschaft« leben alle vom Vertrauen; jeder hat Sorge, mit Vertrauen zu viel zu wagen. Es gibt eine »Krise unseres Vertrauens in das Vertrauen«. Entscheidend ist: »Vertrauen und Vertrauenswürdigkeit schaffen sich nicht von selbst, wenn sie benötigt werden. So freundlich sind sie nicht, wir müssen sie schon selbst durch unsere Praktiken ins Leben rufen!«

Der originäre Ort des Vertrauens ist für Hartmann die zwischenmenschliche Sphäre. Dort wird der Verständnisrahmen für Vertrauen gesetzt, sodass Institutions- und Technikvertrauen davon abgeleitet sind. Was also ist Vertrauen? Hartmann: »Eine Form der akzeptierten Verletzlichkeit« aus freien Stücken, denn wer wirklich vertraut, macht sich verletzlich, geht ein Risiko ein, verzichtet auf Kontrolle und Überwachung, ist ohne Angst, »vom anderen ausgenutzt zu werden«. Ein vertrauender Mensch nutzt Schwächen eines anderen nicht aus, kann indes auch offen und fair Kritik üben und entgegennehmen.

»Menschen sind keine Automaten. Es geht um di

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