Demografischer Wandel
Ohne Zuwanderung verödet Ostdeutschland
Ohne Zuwanderung sieht es in den ostdeutschen Flächenländern bald düster aus – zu diesem Schluss kommen Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Dann nämlich würde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter bis 2035 um mehr als ein Achtel sinken, bis 2045 sogar um gut ein Fünftel. »Damit dürfte sich die Situation der Wirtschaft, insbesondere auch bei der Versorgung mit Dienstleistungen, kaum erhalten lassen«, schreiben die IW-Ökonomen Philipp Deschermeier und Wido Geis-Thöne. Ihren Berechnungen zufolge ist die demografische Entwicklung in Ostdeutschland bereits weit fortgeschritten. Innerhalb von zehn Jahren ist dort der Anteil der Erwerbsfähigen an der Gesamtbevölkerung von 70,9 auf 62,7 Prozent zurückgegangen. Die Zuwanderung hat diese Entwicklung dem IW zufolge abgemildert.
Nach einer langen Phase der Abwanderung verzeichnen die ostdeutschen Länder seit 2012 wieder Wanderungsgewinne. Die Zahl der ausländischen Staatsbürger im erwerbsfähigen Alter stieg demnach von 265 000 im Jahr 2010 auf 765 000 Ende 2025. Ihr Anteil an der Bevölkerung zwischen 15 und 66 Jahren wuchs in dieser Zeit von 3,1 auf 9,9 Prozent.

