Im Bilde
Sonnenfelder
Wenn ich »Schwäbische Alb« höre, sehe ich grasende Kühe, Wanderwege und holzvertäfelte Bio-Hotels vor mir. Diese ländliche Idylle trifft wie jedes Klischee nicht ganz zu. Der Fotograf Rainer Zerback zeigt die Alb, wie sie heute aussieht: Solarfelder bis zum Horizont, mittendrin ein kleines Haus, das fast verloren wirkt. Menschen tauchen auf seinen Bildern kaum auf, doch ihre Spuren finden sich überall. Die Alb war immer ein Kulturraum: Sie wurde geformt, bewirtschaftet und umgestaltet. Die Ausstellung zu Zerbacks Werk, die derzeit im Kunstmuseum Albstadt läuft, heißt Metamorphosis – und das passt: Aus der kargen Agrarregion ist ein Industriestandort geworden, der Sonne statt Getreide erntet. Ob das schön ist, lässt Zerback offen. Fest steht: Die Energiewende braucht Platz. Irgendwo müssen die Panels stehen. Dass das auf dem Land geschieht, ist eigentlich klar. Man denkt es nur selten zu Ende.

