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Und erlöse uns von den Trieben

Wenn Vampire asketisch werden: Das Gute erscheint im Bösen und die Sehnsucht nach ewiger Liebe und Treue kehrt zurück. Theologische Gedanken zur Twilight-Saga
von Theresia Heimerl vom 09.07.2010
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Ich hätte ihn gleich nach dem zweiten Band geheiratet«, sagt eine junge Frau in einer meiner Lehrveranstaltungen. Der Traum-Bräutigam, von dem sie da spricht, heißt Edward Cullen und ist Vampir. Mit ihrer Begeisterung für den dunklen Helden der Twilight-Saga drückt meine Studentin eine tiefe Sehnsucht von Millionen junger Frauen aus, die diese Bücher und Filme verschlingen. Und wenn wir Theologinnen und Theologen uns daran erinnern, dass die Sehnsucht unser Hauptgeschäft ist, dann kommen auch wir nicht daran vorbei, uns auseinanderzusetzen mit der Twilight-Story der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer. Denn diese Saga vom guten Vampir, der nicht gleich zubeißt, sondern seinen Trieb aus Liebe bändigt, behandelt Themen, die allesamt der theologischen Hardcore-Fraktion angehören: Leben, Tod und Verdammnis (Dogmatik), Triebverzicht, voreheliche Enthaltsamkeit (Moral) und ewige Liebe (beides).

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